Es waren doch sehr eindrucksvolle Worte, die Hazim Lulu da wählte: „Über 30 Jahre habe ich im Gaza-Streifen gelebt, viele Kriege miterlebt, aber nach einem Monat nach den Angriffen auf Gaza mussten wir weg – da starben Menschen wie Fliegen.“ Hazim Lulu selbst lebte bis 2023 im Gaza-Streifen zusammen mit seiner Frau, seinen fünf Kindern und Enkelkindern und er wollte den Ort nicht verlassen, es war ja seine Heimat, er hatte dort seine Firma, das war seine Heimat. Zwei Jahre später schaut er aus Deutschland heraus von den Krieg und hat nur einen Wunsch: „Ich habe noch viel Hoffnung, es sind nicht die Menschen, die diesen Krieg führen“.
Um sich mit dem aktuellen Nahostkonflikt und der Frage, wie dieser gelöst werden kann, zu beschäftigen, fand am 18.02. ein Projekttag am EHG statt. Dabei wurde dieser zunächst durch zwei Grußworte eröffnet, die die beiden Perspektiven verdeutlichen sollten: So wurde der jüdische Blick durch den Antisemtismusbeauftragten der brandenburger Landesregierung für Antisemitismus, Andreas Büttner krankheitsbedingt vertreten durch Olaf Glöckner dargestellt, während der palästinensische Blickwinkel durch Nazih Musharbash, Präsident Deutsch-Palästinensische Gesellschaft umgesetzt wurde – beide begannen mit der Forderung: Reicht euch die Hände.

Danach konnten die Oberstufenkurse PB sowie die 9s aus sieben verschiedenen workshops zum Thema wählen und sich u.a. in den Antisemitismusbegriff, den Konfliktverlauf oder den öffentlichen Umgang einzuarbeiten. Dank Unterstützung des Fördervereins waren hierbei neben dem Bildungsteam Berlin Brandenburg oder dem Mideast Freedom Forum Berlin auch renomierte Forscher*innen wie Wolfgang Benz dabei.
Nach zwei Workshopschienen kamen alle wieder zur abschließenden Podiumsdiskussion zusammen, die nun neben Hazim Lulu, einem aus dem Gaza-Streifen geflohenen Palästinenser, auch Shai Hoffmann umfasste. Dieser hat selbst jüdische Wurzeln und setzt sich nicht weniger stark für einen gemeinsamen Frieden ein, der vor allem auch die Unterdrückung der Palästinenser anerkennt. Ergänzt durch Olaf Glöckner vom Moses-Mendelsohn-Zentrum wurde dabei zunächst über die letzten Jahre und die persönlichen Eindrücke des Krieges besprochen, bevor es um Lösungen ging. Unter der Moderation von Virginia Hammann und Ina Marie Maree, beide Klasse 12, sowie Romina Paniccia, Klasse 11, wurde dabei deutlich, wie verfahren die Situation ist und wie schwierig eine Lösung aktuell aussieht. Aber Lulu, der selbst Freunde im Krieg verloren habe, kam eindrücklich zu dem Ergebnis: „Hoffnung muss man immer haben, die Menschen haben immer Hoffnung.“

