• Tag der offenen Tür - 14.01.2023 um 10:00 Uhr

Blut am Hals der Katze – Konzeption




Blut am Hals der Katze – Konzeption

Das Darstellen und Gestalten Fach vom Ernst-Haeckel Gymnasium präsentiert „Blut am Hals der Katze“ von Rainer Werner Fassbinder.

Für unsere Arbeit im Jahre 2004 haben wir uns das Stück „Blut am Hals der Katze“ des deutschen Filmregisseurs, Schauspielers und Dramatikers Rainer Werner Fassbinder (1946 – 1982) ausgesucht.

Das im Jahre 1971 entstandene Stück „Blut am Hals der Katze“ von Fassbinder erzählt die Geschichte von Personen unseres Alltags wie z.B. dem Mädchen, des Fleischers, der Geliebten und des Polizisten und verbindet sie durch das Auftreten der Kunstfigur Phöbe Zeitgeist.

Nachdem sich die Figuren in kurzen Monologen, immer in Anwesenheit von Phöbe, vorstellen mit ihren Sehnsüchten, Erfahrungen und seelischen Verletzungen, begegnen sie sich ähnlich dem „Reigen“ von Schnitzler paarweise in den folgenden Szenen und treten in Konflikt miteinander.

Phöbe, stumme Beobachterin der Szenen, scheint in den Auseinandersetzungen lernen zu wollen, was die Figuren bewegt, was sie sich wünschen, wovor sie Angst haben. Diesen gelernten „Wort-Extrakt“ wendet sie in der Schlussszene, einer Art Party, in der alle Figuren aufeinandertreffen, an, mit dem Ergebnis, dass keine der Figuren sich selbst wiedererkennt. …

Durch diesen dramaturgischen Griff Fassbinders, der Phöbe völlig unvoreingenommen und naiv den Blick in das Innen und Außen der Figuren ermöglicht, entlarvt sich die Falschheit und Doppelzügigkeit der handelnden Personen. Das so entstehende Gesellschaftsbild, das immer Fassbinders Thema war, scheint auf Lüge, Betrug und Täuschung zu beruhen und so die Frage nach dem Sinn der menschlichen Gemeinschaft aufzuwerfen.

Diese Thematik scheint uns interessant und geeignet, unsere Meinung von Liebe, Moral, Bedürfnissen und dem Streben nach Glück mit diesem Stoff zu verhandeln und ein Denk- und Diskussionsangebot an unsere Zuschauer zu unterbreiten. Dabei sind wir uns der im Begriff z. B. des Moralischen innewohnenden Polemik durchaus bewusst, möchten aber auch durchaus kontroverse Meinungen provozieren.