Unser Besuch in Hjørring vom 28.08 bis zum 01.09.02

Hallo alle zusammen, ich weiß ja nicht, ob ihr es schon wusstet, aber wir waren dieses Jahr mal wieder in Hjørring, ne? Aber mal Spaß bei Seite, ich habe ja eine Aufgabe von meinem Oberhäuptling, Herrn Müller, auferlegt bekommen. Zitat: "Berichtet über den Dänemarkaustausch plus Fotos!!" (Jawohl, Herr Oberfeldwebel!)
So wird es nun vollstreckt:

Die Fahrt nach Dänemark war nicht, wie von allen Beteiligten (bis auf unsere Begleiter) zuerst angenommen, langweilig, schrecklich, nervig o.ä., ganz im Gegenteil, wir hätten noch Stunden so weiter fahren können, da uns der Gesprächsstoff nie zu enden schien. Doch nach guten 11 Stunden Busfahrt, von 8.00 Uhr morgens mitteleuropäischer Zeit bis 17.30 Uhr, kamen wir in Hjørring an. Für alle Geographiemuffel unter uns: Hjørring befindet sich auf der Insel Jütland, welche durch eine Brücke mit dem dänischen Festland verbunden ist. Etwas skeptisch stiegen wir aus unserem schönen, relativ warmen Bus aus. Zuerst fühlten wir uns wie ins kalte Wasser geworfen (im wahrsten Sinne des Wortes), aber unsere dänischen Freunde brachten uns so dann in das wirklich riesige Lehrerzimmer ihrer Schule. Zu eurer Information, diese Schule ist ebenso ein Gymnasium wie unseres. Dort wartete auf uns schon ein leckeres, vor allen Dingen reichliches Abendmahl. Anschließend fuhren wir zu unseren Gastfamilien. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie weit manch einer unser Gastschüler wegwohnte.

Raubtierfütterung, die Erste Aber schon am nächsten Morgen um 6.30 Uhr war für die meisten von uns die nacht zu Ende, damit wir auch ja pünktlich um 8.05 Uhr zum Unterrichtsbeginn da waren. In der ersten Stunde ( immer 55 min.) bekamen wir einen Einblick in die Kunsthistorie Dänemarks. Das heißt, man informierte uns über Realismus und Romantik in Gemälden, speziell in denen der Skagenmaler. In der folgenden Stunde durften wir, meist in 5er Gruppen, in unterschiedlichen Klassen hospitieren.

Aber jetzt kommt das aller Beste. Wir Tanzmuffel sollten doch tatsächlich, diesen für uns viel zu schwer erscheinenden " Les Lanciers" lernen! Also nein wirklich! ( s. Beweisphotos)

Vorm SkagemuseumWas glaubt ihr? Haben wir es gepackt? Ich verrate es euch: Mit viel Einfühlungsvermögen von Seiten Herrn Zinnows‘ und Herrn Müllers‘, und jeder Menge Wasser und Pflaster. Dieser Tanz besteht aus insgesamt 5 Teilen. Eins bis drei waren wirklich noch im Rahmen des möglichen, aber Nummer vier und fünf gaben uns noch große Rätsel, im Sinne der Durchführung, auf.
Nachdem wir auch diese anstrengende "Arbeit" hinter uns gebracht hatten, begaben wir uns zu einem "Meeting" beim Bürgermeister. Wir entspannten unsere müden, alten Gelenke und versuchten diesem netten Herrn zu folgen, welcher uns etwas über die Stadt Hjørring mitteilte. Allerdings hatten wir etwas Glück und der Stadtverwalter konnte fast perfekt deutsch.

Der Versuch Essen zu machenNach diesem letzten Programmpunkt konnten wir uns nun endlich der super Shoppingmeile in der City widmen und durch die Bars schlendern! Das Highlight an diesem Tag war allerdings eine absolut tolle Kanufahrt. Während manche perfekt ihre Paddel schwangen, mussten andere (wie meine Wenigkeit)wiederum nach der hälfte der Strecke aus Verzweiflung umkehren. Sicher war nur, dass keiner von unserer riesen Meute trocken geblieben war. Anschließend gab es noch ein berauschendes Grillfest am Fluss, mit vielerlei Köstlichkeiten… So ging unser erster von insgesamt 3 Tagen in Hjørring und Umgebung, zu Ende.

Der Lancier (na ja der Versuch) Der nächste Tag war wieder genauso voll mit Programmpunkten, wie der Erste. Zuerst besuchten wir die Technische Schule. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie es dort zu ging. Beispiel: An dieser Schule kann man verschiedene Berufe erlernen, u.a. Kfz- Schlosser. Als wir in eine der Werkstätten kamen, waren gerade 4 Wagen auf Hebebühnen untergebracht, zudem standen noch 2- 3 LKW `s in diesem Raum. Die Chemieräume waren voll von Geräten die man in der Chemie brauchen könnte.

Spuren im SandDer Grund für diese tolle Ausrüstung: Die Dänen zahlen 65% Steuern und diese können direkt an die öffentlichen Einrichtungen verteilt werden.(Ich glaub‘ ich zieh nach Dänemark…)

Nachdem wir uns wieder in unsere Realität zurück geholt hatten, fuhren wir nach Friedrichshafen in das Bunkermuseum. Dort befanden sich noch Überreste der deutschen Besatzung aus dem 2. Weltkrieg. Anschließend ging es nach Skagen, in das Museum der "Maler des Lichts", auch genannt die Skagenmaler. Dort mussten wir unsere am Vortag erworbenen Kenntnisse anwenden, was von jedem von uns mit Bravour bewältigt wurde. Dann führt uns unser Weg zu der Stelle, wo Nord- und Ostsee zusammen fließen.

Raubtierfütterung, die zweite Als wir dann am Abend so gegen 18.00 Uhr nach Hjørring zurückkamen konnten wir unsere Freizeit nun endlich etwas genießen. Wir gingen zum Italiener und gönnten uns erst mal eine Pizza däni. Manche gingen danach boulen oder in eine Stadtbekannte Diskothek. Unsere Tage waren lang und die Nächte viel zu kurz… Wir schreiben Samstag, den 31. August 2002. Am Vormittag hatten wir noch einmal kurz Freigang. Die Mädels nutzten dies noch für eine kurze Shoppingtour. Um 15.00 Uhr MEZ durften wir dann noch einmal unser Talent unter Beweis stellen. Die Photos, die ihr davon sehen könnt, mussten durch eine Reihe von Gremien um überhaupt für die Öffentlichkeit zu gelassen zu werden. Unendliche Peinlichkeit, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat, dürft ihr nun als erstes sehen.

Unsere GruppeNach dieser anspruchsvollen Tätigkeit, widmeten wir uns unseren Urinstinkten und fielen mit Heißhunger über das für uns zubereitete Abendessen her. Als wir unseren Hunger gestillt hatten wanderten wir mit unseren Gastschülern durch die Stadt und gingen dann noch in ein klasse Lokal mit super Musik. Am nächsten Morgen um Punkt 8.00 Uhr versammelten wir uns an unserem Bus, zur Abreise bereit und mit Wäscheklammern an den Augenlidern um nicht gleich wieder einzuschlafen.

Die Heimreise verlief ruhiger und gemütlicher als unsere Hintour, da jeder sich in eine Sitz im Bus zu kuscheln, um den versäumten Schlaf nachzuholen. Leicht zerzaust und etwas orientierungslos standen wir am Abend dann wieder vor unserer Schule. Ich glaube es war so gegen 18.15 Uhr MEZ.

Nun, dies war ein kleiner Ausflug in die Welt der dänischen Schüleraustausche!!
Viele Grüße
Euer Jule